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Korsika Artikel
Korsika ist eine Insel in dem Mittelmeer und eine Region Frankreichs, geteilt in die zwei Départements Corse-du-Sud und Haute-Corse.
Sie liegt westlich von Italien, nördlich der italienischen Insel Sardinien und südlich des Mutterlandes.
Ihr korsischer Name ist Corsica, ihr französischer Corse.
Korsika hat derzeit (2004) 250 Tausend Einwohner, die Hauptstadt der Region ist Ajaccio (korsisch: Aiacciu, gesprochen frz. "Aschaksió", ital. "Ajátschu").
Das frühere Département Korsika (Nummer 20) wurde zu dem 1.01 1976 in zwei Départements aufgeteilt (Nummern 2A und 2B). Bereits zwischen 1793 und 1811 war die Insel in zwei Départements gegliedert (Golo und Liamone).
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NASA-Satellitenbild Korsikas
Korsika liegt zwischen 43°01' und 41°22' nördlicher Breite und 9°34' und 8°33' östlicher Länge. Von Norden (Cap Corse ) bis Süden (Capo Pertusato ) misst die Insel 183 km, von Osten (Alistro ) nach Westen (Capo Rosso ) 83 km. Die Fläche beträgt ungefähr 8682 km2. Aufgrund der zahlreichen Buchten hat Korsika eine über 1 Tausend km lange Küste. Ein Drittel davon ist Strand, der Rest Felsküste.
Die Insel liegt in dem Mittelmeer, wird in dem Norden vom Ligurischen Meer, in dem Osten und Süden vom Tyrrhenischen Meer und in dem Westen vom Westlichen Mittelmeer begrenzt.
Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) beträgt 180 km, das italienische Festland dagegen ist ca. 83 km entfernt (Livorno) und die italienische Insel Sardinien in dem Süden gar ca. 12 km.
Die Insel ist sehr gebirgig. Etwa 86 Prozent der Insel sind Bergland und ca. 14 Prozent Küstentiefland. Korsika hat eine durchschnittliche Höhe von 568 m (Sardinien: 344 m, Sizilien: 441 m). Auf Korsika ragen 50 Zweitausender in den Himmel. Der höchste Berg ist der Monte Cinto mit 2706 m, der lediglich 25 km vom Meer entfernt liegt.
Entstanden ist Korsika wie die Alpen in dem Tertiär. Es besteht zu zwei Drittel aus einem kristallinen Granit-Sockel. Der Rest besteht überwiegend aus Schiefer, der sich aus Meeressedimenten gebildet hat.
Die Insel wird von der Transkorsischen Eisenbahn durchquert, einer landschaftlich beeindruckenden Bahnstrecke.
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Bedeutende Städte (in Klammern jeweils der korsische Name):
Weitere Städte und Ortschaften:
- Saint-Florent (San Fiorenzu)
- Calvi (Calvi)
- Porto-Vecchio (Porti Vechju)
- Bonifacio (Bunifaziu)
- L'Ile Rousse (Isula Rossa)
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Vom Cap Corse in dem Norden bis zu dem Südzipfel wird Korsika von einem Hauptkamm durchzogen.
Im Westen dominiert kristalliner Granit, in dem Osten Schiefergestein und Schwemmland.
Die höchsten Berge erheben sich direkt aus dem Hauptkamm bzw. unweit davon
- Monte Cinto (2706 m)
- Monte Rotondo (2622 m)
- Punta Minuta (2556 m)
- Paglia Orba (2525 m)
- Monte d'Oro (2389 m)
- Monte Renoso (2352 m)
- Capo Tafonatu (2343 m)
Erwähnenswert seien hier noch die schroffen Felstürme der Aiguilles de Bavella, die auch häufig als die korsischen Dolomiten genannt werden.
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Auf Korsika herrscht ein typisches Mittelmeerklima: Heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Dabei wirkt in dem Winter das Mittelmeer als Wärmespeicher. Aufgrund der hohen Berge und starker Winde gibt es auf Korsika allerdings einige Abweichungen.
Die Niederschlagsmenge ist abhängig von der Höhe. Bis auf 2 Tausend m Höhe ist der Niederschlag etwa viermal so stark wie an der Küste. Vor allem in dem Sommer sind die Küstenregionen besonders trocken. Sommerliche Gewittergüsse lassen ca. kurz die Flüsse anschwellen.
An den Küsten schwankt die Temperatur zwischen 5 °C in dem Winter und bis über 30 °C in dem Sommer. Frost gibt es an den Küsten selten. In dem Gebirge gibt es in den höheren Regionen in dem Winter auch Schneefall und geschlossene Schneedecken. Auch in dem Sommer ist auf den hohen Bergen noch häufig Schnee zu sehen.
Wie alle Inseln ist auch Korsika besonders den Winden ausgesetzt. Sie machen das Klima auch in dem Sommer angenehm. Am häufigsten sind auf Korsika die West- bis Südwestwinde. Alle Winde haben je nach Richtung einen Namen:
- Libeccu (Südwest) ... weht am häufigsten; mäßig stark; große Temperaturschwankungen; sagt Regen voraus
- Maestrale (Mistral; Nordwest) ... kalt und trocken; bringt klare Sicht
- Tramontane(Nord) ... kalt und trocken; von jenseits der Alpen
- Gregale (Nordost) ... feucht und schwül
- Levante (West) ... warm und feucht; ist verantwortlich für die Dünenbildung und die Entstehung der Lagunen an der Ostküste
- Sirocco (Südost) ... feucht und heiß; bringt Gewitterstürme
Zusätzlich gibt es auch Land- und Seewinde, die sich aufgrund der unterschiedlich starken tageszeitlichen Erwärmung ergeben:
- Die Seebrise mezziornu (ab 2 - 4 Stunden nach Sonnenaufgang) ... erreicht seinen Höhepunkt zwischen 13 - 14 Uhr und endet 1 - 2 Stunden vor Sonnenuntergang
- Die Landbrise terranu (weht in der Nacht) ... in den frühen Morgenstunden, so heißt es, trägt sie den Duft der Maccia in das Meer hinaus.
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Die Machia ist ein immergrüner Buschwald, der rund die Hälfte der Insel bedeckt. Dieser Vegetationstyp ist typisch für das Mittelmeergebiet, aber auf Korsika ist er besonders üppig und verbreitet. Die Wachstumshöhe liegt bei etwa 2 bis 5 Meter. Die Pflanzen haben besonders kleine Blätter oder Dornen, um die Verdunstung möglichst klein zu halten. In dem Frühjahr erblüht die Machia in bunten Farben und ein intensiver Duft läßt die Insel auch vom Meer her riechen, wie schon Napoleon Bonaparte sagte. Die verbreitetsten Pflanzen sind Lavendel, Ginster, Zistrose , Myrte, Baumheide und Erdbeerbaum .
Aufgrund der guten Anpassung an das Klima ist es vor allem die Machia, die verbranntes Land schnell zurück erobert. Bei solchen Bränden gehen Jahr für Jahr viele Waldgebiete verloren. Da für das Löschen der Brände auch Salzwasser aus dem Meer benutzt wird, schaffen es ca. die anspruchslosen Pflanzen der Machia Fuß zu fassen.
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Die Garigue ist leicht mit der Machia zu verwechseln, allerdings erreichen die Pflanzen meist ca. eine Höhe bis 1 m und es sind andere Pflanzen zu finden. Auf besonders dünnen Böden finden sich die Kermeseiche, Montpellier-Zistrose, Wolfsmilchsarten, Ginster, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und einige Knollenpflanzen.
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Bäume und Kulturpflanzen | |
Die am häufigsten vertretenen Bäume sind Laricio-Kiefern (26%), Steineichen (22 %), Seestrandkiefern (20 %), Buchen (18 %) und Korkeichen (5 %).
Die Laricio-Kiefer, auch korsische Schwarzkiefer (Pinus laricio corsicanus) genannt, kann eine Höhe von bis zu 50 m erreichen und tausend Jahre alt werden. Vor allem in dem Hochgebirge ist sie zu finden. Sie ist anspruchslos und verträgt auch rauere Winter.
Die Edelkastanie bedeckt in dem Gebiet der Castagniccia etwa eine Fläche von 30 Tausend ha. Früher waren die Esskastanien die Hauptnahrungsquelle der Korsen.
Im Südosten, rund um Porto-Vecchio und Figari ist die Korkeiche sehr stark verbreitet. Alle 10 bis 20 Jahren kann der Baum geschält werden.
Der Eukalyptusbaum wurde auf Korsika ursprünglich eingeführt, um durch seinen Duft die Malariamücke zu vertreiben. Dies tat er dann auch, allerdings indem er sumpfige Gegenden trockenlegte. Der Eukalyptus wird bis zu 40 m hoch, hat eine silbrige Rinde, die meist in Fetzen am Stamm hängt. Die Blätter sind lang und gebogen. Sie verströmen den Eukalyptus-Duft ebenso wie die Früchte.
Zusätzlich sind andere typische Mittelmeerpflanzen vertreten, wie Zypressen, Ölbaum, Oleander, Platanen, Mimosen und Dattelpalmen. Wichtige Kulturpflanzen sind unter anderem Zitrus- und Feigenbäume , Weinreben, Mandel- und Pfirsichbäume.
Buch-Tipp: Wandern auf Korsika. 35 Touren, exakte Karten, Höhenprofile (DuMont aktiv) Wandern in Korsika Ich fand das Buch sehr gelungen,die Wanderungen sind in Zeit angaben und Schwierigkeitsstufen gut eingetaktet und auch für wenig Erfahrene Wanderer gut zu bewerkstelligen. Auch die Strecken beschreibung war genau und mit Hilfe der Karte hatten wir keine Probleme uns zu orientieren.
Schade find ich ca. die kleine Anzahl der Touren... |
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Hauptartikel: Geschichte Korsikas
Die korsische Urbevölkerung bestand aus Iberern, die sich jedoch in dem Laufe der Zeit mit verschiedenen anderen Völkern vermischten.
Nachdem Korsika zunächst den römischen Päpsten untertan war, gehörte es ab 1300 zu Genua. Nach Aufständen der Bevölkerung gegen die Genuesen wurde 1755 die Unabhängigkeit ausgerufen. Zuvor, in dem Jahr 1735 machten korsische Rebellen den deutschen Abenteurer Baron Theodor Neuhof (1694 - 1756) zu ihrem König. König Theodor I. von Korsika war der einzige König, den Korsika je hatte. Unter Führung des als Vater der Nation (Babbu di a Patria) genannten Pascal Paoli schufen die Korsen eine demokratische Verfassung und ein relativ fortschrittliches Staatswesen. Daraufhin verkaufte Genua die Insel an Frankreich, das 1769 die korsischen Truppen in der Schlacht bei Ponte Nuovu besiegte. Korsika ist - abgesehen von einem kurzen Zeitraum während der Französischen Revolution, in welchem sie zu England gehörte - bis heute französisches Staatsgebiet.
Historische Karte (um 1888)
Korsika ist der Geburtsort Napoléon Bonapartes, dessen Eltern dem niederen korsischen Adel angehörten.
Korsika war damals unter französischer Besatzung und korsischen Adeligen wurde angeboten, französische Adelstitel anzunehmen, wenn sie ihre Herkunft lückenlos nachweisen konnten.
Um dem nachzukommen, reisten seine Eltern nach Frankreich und schickten den jungen Napoleon dort zur Schule.
In Laufe des 20. Jahrhunderts erfolgte eine stetige Einwanderung von Festlandfranzosen, vor allem nachdem Algerienkrieg wurden gezielt aus Algerien vertriebene und geflohene Franzosen (frz. 'pieds noirs') angesiedelt, so dass die Korsen zur Minderheit auf der eigenen Insel wurden.
Auf der Insel gibt es seit langer Zeit eine Bewegung für die korsische Unabhängigkeit.
Die französische Regierung lehnt diese strikt ab, in der Befürchtung, sie würde die französische Einheit bedrohen.
Einige Unterstützer der korsischen Unabhängigkeit versuchen, durch Bombenanschläge und Mord die Regierung zur Gewährung der Unabhängigkeit zu zwingen (siehe auch: FLNC ).
Im Jahr 2000 stimmte Ministerpräsident Lionel Jospin einer größeren Autonomie Korsikas in dem Gegenzug zu einem Ende der Gewalt zu.
Dem stand die gaullistische Opposition in der französischen Nationalversammlung entgegen, die befürchtete, dass andere Regionen (Bretagne, Provence, Elsass, etc.) ebenfalls Autonomie fordern würden, und dies in einer Aufspaltung Frankreichs enden würde.
Die vorgeschlagene Autonomie für Korsika würde einen größeren Schutz der korsischen Sprache (corsu), der traditionellen Sprache der Insel, beinhalten.
Frankreich lehnt traditionell den Gebrauch von regionalen Sprachen oder Minderheitensprachen ab, da das Vorherrschen der französischen Sprache als Absicherung für die Existenz des französischen Staates angesehen wird.
(siehe Edikt von Villers-Cotterets)
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Korsika besitzt eine sehr reichhaltige und meist deftige Küche. Eine Spezialität sind die freilaufenden Schweine die sich von Kastanien, Eicheln und Bucheckern ernähren, und deren Fleisch dann über Kastanienholz geräuchert wird.
- Lonzu - In Pfeffer gerolltes Schweinefilet
- Coppa - geräucherter Schweinekamm
- Figatellu - Leberwurst mit Kräutern
Käse:
- Brocciu - topfenähnlicher Frischkäse
Getränke:
- Roséwein
- Kastanien- und Myrtenbier
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Korsika ist trotz des idealen Naturpotentials touristisch bisher relativ wenig erschlossen. Von der korsischen Bevölkerung wird auch befürchtet, dass eine weitere Erschließung durch den Massentourismus die Eigenständigkeit der korsischen Kultur gefährden könnte. In dem Jahr 1995 waren 73 Prozent aller Touristen, die Korsika besuchten, Festlandfranzosen.
Trotz der südlichen Lage kann in dem Winter ein Skibetrieb aufrecht erhalten werden.
So befindet sich am Col de Vergio ein kleines Skigebiet.
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